Startklar in Berlin

Die BAM Deutschland AG erstellt den Rohbau des Fluggastterminals, die Bauzeit ist auf lediglich zwölf Monate begrenzt. Peri plant und liefert im Auftrag der ausführenden Bauunternehmung die Schalungs- und Gerüstsysteme.
Im Juli 2008 begannen die Stahlbetonarbeiten auf dem Flughafengelände, insgesamt werden für das Terminal rund 200.000 m3 Beton verarbeitet. Peri unterstützt das Baustellenteam dabei mit unterschiedlichen Systemschalungen aus seiner umfangreichen Produktpalette, darunter enorme Mengen an Decken-, Wand- und Säulenschalungen. Die Peri-Leistung umfasst auch die Planung und Lieferung entsprechend angepasster Unterstützungen und Traggerüste. Die zum Teil riesigen Bedarfsspitzen an Systemgerät kommen aus dem Peri-Mietpark - streng optimiert auf die erforderlichen Vorhaltemengen und straff kontrolliert bezogen auf den benötigten Zeitraum. Die kurze Bauzeitvorgabe des Bauherrn bringt auch für die technische Bearbeitung bei Peri enge Termine mit sich. In enger Koordination mit der BAM Deutschland AG erstellte Peri innerhalb von sechs Monaten mehr als 400 Schalungs- und Montagepläne, zwei Standorte waren an der Planung beteiligt. Diese enge Zusammenarbeit sowie die hohe Materialverfügbarkeit machen - unter vielen anderen Aspekten - die Schlagkraft des Weißenhorner Schalungs- und Gerüstlieferanten aus.

Für jede Anforderung das optimale Systemgerät
Die Fundamente und Wände der Bauwerke werden mit der Trio-Rahmenschalung geschalt. Das bewährte und schnelle Rahmenschalungssystem lässt sich den verschiedenen Wandstärken und Grundrissen mit wenigen Einzelteilen und einer geringen Anzahl an Standardelementen einfach anpassen. Die Regelgeschosshöhe der Wandscheiben beträgt 3,75 m, die Wandstärke bis zu 80 cm. Für die Herstellung der Stützen bis zu einem Querschnitt von 60 x 60 cm werden die Quattro- und die Rapid-Säulenschalung eingesetzt. Die Stützenhöhe bestimmt dabei die Wahl des Systems: Die Quattro-Säulenschalung erlaubt mit einem zulässigen Betonierdruck von 80 kN/m2 Betonierhöhen bis zu etwa 4,50 m und lässt sich als komplette Einheit in einem Kranhub umsetzen. Das Schalungssystem Rapid dagegen kann mit einem Frischbetondruck von 120 kN/m2 belastet und für Stützen von bis zu 6 m Höhe verwendet werden. Der größte Anteil der Stützen beim BBI Terminal weist eine quadratische Form mit 80 cm Seitenlänge und 6 m Höhe auf. Diese werden mit der Vario GT 24-Säulenschalung in Form gebracht, die sich diesen Abmessungen und Belastungen flexibel anpassen lässt. Ein Großteil der Deckenflächen muss aufgrund des gewählten statischen Systems in einem Guss mit den Haupt- und Nebenunterzügen betoniert werden. Für diese Bereiche verwendet das Baustellenteam verschiedene Schalungs- und Tragsysteme sowie Rahmentafelschalungselemente. Die hohen Betonierlasten bei der Herstellung der Hauptunterzüge erfordern eine Schalung mit hoher Tragfähigkeit, hierzu werden Maßtische mit einem Unterbau aus SRU Stahlriegeln und GT 24 Schalungsträgern eingesetzt. Die geringeren Dimensionen der Nebenunterzüge erlauben den Einsatz von Standard-Tischmodulen für deren Herstellung. Trio-Rahmenschalungselemente bilden die seitliche Schalung der Unterzüge, die Anpassung an verschiedene Unterzugshöhen erfolgt über aufgedoppelte Böden auf den Deckentischen. Für den Deckenspiegel wird die Träger-Deckenschalung Multiflex eingesetzt. Die Querträger lagern auf der Seitenschalung der Unterzüge sowie auf mittig angeordneten Jochscheiben.
Die Schalungselemente werden entsprechend der jeweils anstehenden Lasten unterstützt: Die Deckentische der Hauptunterzüge lagern auf Peri UP-Rosett Stütztürmen, für die Schalungen der Nebenunterzüge sowie des Deckenspiegels werden je nach Auflast und Höhe Multiprop-Alu-Deckenstützen oder PEP-Stahlrohrstützen verwendet. Für die Schalarbeiten der ebenen Flächen dienen die Skydeck-Alu-Paneel-Deckenschalung und die Multiflex-Träger-Deckenschalung.

Abbund im Werk verringert Montagezeiten vor Ort
Die Deckentische und auch die Säulenschalungen werden von Peri vormontiert und in transportfähigen Einheiten auf die Baustelle geliefert. Dies minimiert den Montageaufwand vor Ort und spart dort nicht nur Zeit und Personal, sondern auch Lager- und Arbeitsfläche. Die Bauleitung wird außerdem in der Arbeitsvorbereitung entlastet. Aufgrund der immens großen Mengen und kurzfristigster Liefertermine arbeiteten bei den Montagearbeiten verschiedene Peri-Standorte eng zusammen: Deckentische und Schalungselemente wurden in Berlin, Leipzig, Hamburg sowie in Weißenhorn vorgefertigt, von dort werden sämtliche Arbeiten koordiniert.

Detaillösungen für eine schnelle und sichere Abwicklung
Damit der schnelle Baufortschritt realisiert werden kann, sind knapp 2.000 Modultische sowie mehr als 700 gemeinsam mit der BAM Deutschland AG projektbezogen konzipierte Deckentische auf der Baustelle im Einsatz. Für das Umsetzen der Tische in kürzester Zeit passt sich der Umsetzwagen den Raumhöhen von über 5,50 m an. Die Systemschalung Skydeck minimiert die Kranabhängigkeit zusätzlich, da die Einzelelemente der Alu-Paneel-Deckenschalung maximal 15 kg wiegen. Die Baustelle ist so zudem äußerst flexibel, da auch bei höheren Windstärken ohne Unterbrechung gearbeitet werden kann. Ein wichtiger Faktor für die Berliner Flughafenbaustelle, die regelmäßig mit hohen Windgeschwindigkeiten konfrontiert ist.

Der Peri-Projektleiter
Die Größe der Baustelle und die besonders kurz bemessene Bauzeit erfordern große Mengen an Schalungsmaterial. Um die Vorhaltemenge auf der Baustelle zu reduzieren, setzt Peri einen Projektleiter ein. In enger Zusammenarbeit mit der BAM Deutschland AG wird der Schalungsbedarf im Sinne der Kostenreduzierung an den tatsächlichen Bauablauf angepasst. Der Peri-Projektleiter nimmt regelmäßig an Baustellenbesprechungen teil, koordiniert die Planungs- und Montagearbeiten innerhalb der Peri-Niederlassungen und terminiert die Lieferungen und Rücktransporte des Materials. Dies entlastet die Baustellenleitung von koordinierenden Aufgaben und optimiert die Mietkosten für das Schalungs- und Gerüstmaterial.


INFO

Der BBI - Ein Großflughafen für Berlin und Brandenburg
Mit dem Bau des neuen BBI wird der gesamte Flugverkehr der Region Berlin-Brandenburg im Südosten der Stadt konzentriert. Der Flughafen Tempelhof wurde daher bereits Ende Oktober 2008 geschlossen, der Betrieb auf dem innerstädtischen Flughafen Tegel wird 2011 eingestellt. Der geplante High-Tech-Airport vereint beste internationale Verbindungen mit einem eigenen Autobahnanschluss und einem Bahnhof direkt unter dem Terminal. Der Abschluss sämtlicher Rohbauarbeiten ist für 2010 geplant, die Inbetriebnahme soll am 30. Oktober 2011 erfolgen.


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