Fahrtest Mercedes-Benz Vito Mixto

Diese heute gefragte Dualität der gewerblichen wie auch der privaten Nutzung von Transportern wird den Mercedes-Benz-Entwicklern bei der Schaffung des Mixto wohl auch vorgeschwebt haben. Heute beispielsweise müssen Handwerker mit „kleinem Gepäck“ zur Baustelle gebracht werden und schon im nächsten Augenblick kann der Mixto durch Ausbauen der zweiten Sitzreihe zum echten Kastenwagen/Waren-Transporter umfunktioniert werden.
Ausgestattet mit filmbeschichtetem Holzfußboden sind der Beladung wenig Grenzen gesetzt. Je nach Ausstattung bietet der Mixto eine Nutzlast von bis zu 1180 Kilogramm, mit zweiter Sitzreihe und fünf Personen (à 80 kg) bleiben für die Ladung immer noch circa 700 Kilogramm übrig. Die Anhängelast ist mit 2500 Kilogramm für gebremste Hänger bei 12% Gefälle angegeben – die maximale Gesamtmasse liegt bei 5300 Kilogramm. Mit der Höhe von unter zwei Metern stehen dem Mixto außerdem beinahe alle Parkhäuser zur Verfügung, so dass es auch im Innenstadtbereich nicht zu Parknöten kommen sollte. Zudem ist die Kompaktversion gerade einmal 4848 Millimeter lang. Umwelttechnisch ist der Vito Mixto in Euro 4 eingestuft und verfügt über einen Rußpartikelfilter, so dass auch durch den Emissionsschutz zurzeit keine Einschränkungen zu erwarten sind.

Gemischt-Waren im Laderaum

Die zweite Sitzreihe, in diesem Fall eine nicht verstellbare und nicht klappbare Dreiersitzbank, bietet den Passagieren einen ordentlichen Sitzplatz mit Beinfreiheit, aber ohne jeden weiteren Komfort. Der unterwärts offene Aufbau bietet kleinerem und flacherem Ladegut keinen Halt, beim Bremsen können die Gegenstände unter der Sitzbank durchrutschen, wodurch eine Verletzungsgefahr für die Passagiere besteht. Der Mercedes-Benz Mixto sollte deshalb unbedingt mit Trenngitter genutzt werden. Größeres Ladungsgut kann und sollte durch Niederzurrung gesichert werden, die nötigen Zurrösen sind im Boden verankert und in ausreichender Stückzahl vorhanden. Der Testwagen war zusätzlich zum Holzboden mit einem Gummiboden ausgestattet, wodurch er leicht zu reinigen war, was ihn noch einmal mehr multifunktional einsetzbar macht.

Fahrer-Arbeitsplatz


Selbst in der Grundausstattung verfügt der Mixto über einen einstellbaren Fahrersitz. Dieser ist ergonomisch gut ausgeführt und schön straff in der Polsterung, so dass sich selbst lange Fahrten ohne Rückenschmerzen bewältigen lassen. Unser Testwagen verfügte auch auf der Beifahrerseite über einen aufpreispflichtigen einstellbaren Sitz. Die Höhenverstellung der Sitze ist ausreichend, um beinahe jeder Person eine perfekte Sitzposition zu ermöglichen. Dieser Eindruck wird durch das einstellbare Lenkrad noch verstärkt.

Motor, Getriebe und Fahrwerk

Der Test-Mixto in der 115 CDI-Ausführung scheint für die meisten Gelegenheiten bestens gerüstet, einzig bei maximaler Auslastung mit schwerem Anhänger gerät der Motor an seine Grenzen. Im Normalbetrieb (mittlerer Beladungszustand) ist der 115 CDI-Motor kaum zu erschüttern, egal, ob beim Ampelstart oder unter Highspeed auf der Autobahn, der Motor schnurrt wie ein zahmes Kätzchen. Dabei ist der Mixto auf der Testfahrt laut Tachometer 186 Stundenkilometer schnell unterwegs. Das Fahrwerk macht in der Gesamtheit einen guten Eindruck, lediglich ein Wanken über die Querachse ist beim Einlenken zu spüren. Im Highspeedbereich (A7 zwischen Kassel und Fulda) bei langgezogenen Kurven zieht der Mixto, nach anfänglichem In-die-Kurve-Neigen, sauber den angewählten Kurvenradius. Selbst Querrillen und Fahrbahnabsätze bringen ihn dabei nicht aus der Ruhe. ESP, ABS und weitere elektronische Hilfen werden erst im Grenzbereich spürbar tätig. Könnte man dem Mixto diese unangenehme Wankbewegung über die Querachse abgewöhnen, wäre das Fahrwerk perfekt. Die Bremsen, vorn innenbelüftete 300 Millimeter-Scheibenbremsen, hinten 296 Millimeter-Vollscheibenbremsen mit adaptivem ESP (8.1), integriertem ABS/ASR und hydraulischem Bremsassistenten (BAS) sind immer Herr der Lage und lassen auch nach mehrfachen Vollbremsungen nicht in der Wirkung nach.

Fazit:

Der Vito Mixto macht beim ersten Hinsehen im Innenraum nicht gerade einen luxuriösen Eindruck – der Einsatzzweck Gewerbe lässt sich nicht verleugnen. Ich würde eine klappbare Sitzbank oder Einzelsitze bevorzugen, und vor allem sollte der Mixto mit einem Trenngitter zwischen Fahrgastraum und Laderaum ausgestattet werden. Der optionale Gummiboden macht einen robusten Eindruck und ist zudem gut zu reinigen.




Technische Daten:

Mercedes-Benz Vito 115 CDI Kompakt

Fahrzeug:
Verglaster Mixto kompakt, Normaldach, Radstand 3200 mm, 5 Sitzplätze, 2 Einzelsitze vorn und 3er- Sitzbank hinten, Seitenwand-, Dach- und Cockpitverkleidung. Mechanisches 6-Gang-Getriebe (Schnellgangausführung).

Ausstattung:
Stoffbezogene Komfort-Fahrer- und Beifahrersitze mit Lordosenstütze und Armlehne innen, Sicherheitsgurt-Warneinrichtung, Fahrer- und Beifahrer Airbag-, Thorax- und Windowbag, Digitaler Tachograf DTCO 1381, Stereo-CD-Radio Sound 5 mit 2-Wege-Lautsprecher vorn, Freisprecheinrichtung, CD-Box, abschließbares Handschuhfach, wärmedämmende Verglasung, Windschutzscheibe mit Bandfilter, geregelte Klimaanlage „Tempmatik“ mit Motor-Restwärme-Ausnutzung, siebdruckbeschichteter Holzfußboden mit Gummimatte belegt, Zurrösen im Boden, starre Kugelkopf-Anhängerkupplung,
13-polige Anhängersteckdose.

Motor:
110 kW (150 PS) bei 3800/min, 330 Nm bei 1800 - 2400/min, Euro 4, Oxidations-Katalysator mit Rußpartikelfilter, 181 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Getriebe:
6-Gang-Schaltgetriebe (Schnellgangausführung)

Gewichte:
2940 kg zulässiges Gesamtgewicht, 1820 kg Leergewicht, 1120 kg Zuladung

Preis:
Grundpreis inkl. MwSt. 30.345,00 Euro


Autor: Andreas Aepler
Fotos: Andreas Aepler

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