Standhaft  auch wenn die Erde wackelt

Fermacell Gipsfaser-Platten können in allen Erdbebengebieten für den Bau von mehrgeschossigen Gebäuden in Holztafelbauweise eingesetzt werden. Bei entsprechenden Versuchen erreichten Fermacell-Platten vergleichbare Werte wie Holzwerkstoffplatten und boten hundert Prozent mehr Standsicherheit als Gipskarton-Platten. Als nicht brennbarer Baustoff A 2 (nach DIN 4102 Teil 1) sind damit außerdem Feuerschutzkonstruktionen möglich.

Erdbebengerechtes Bauen


Viele Gebiete der Welt sind erdbebengefährdet. Immer wieder kommt es hier zu Beben mit meist verheerenden Folgen. Auch in Deutschland gibt es seismisch gefährdete Gebiete. Gebäude, die in diesen Gegenden erstellt werden, müssen erdbebensicher entworfen, berechnet und konstruiert werden. Eine Eingrenzung der Schäden wird unter anderem dadurch beeinflusst, dass die konstruktiven Anforderungen an erdbebensicheres Bauen bereits zu Beginn in die Planung mit einfließen.

In Verbindung mit Gipsfaser-Platten von Fermacell bietet der moderne Holzbau sowohl im Hinblick auf die Tragfähigkeit als auch auf den vorbeugenden Brandschutz konstruktive Möglichkeiten zum Einsatz in erdbebengefährdeten Gebieten. Dabei ist erdbebengerechtes Bauen mit Fermacell entsprechend der DIN 4149 „Bauen in deutschen Erdbebengebieten“, die mittlerweile in allen Bundesländern eingeführt ist, kaum kostenintensiver als das Bauen außerhalb der Erdbebenzonen.

Moderne Holzständerbauweise

Grundsätzlich bietet die moderne Holzständerbauweise hohe Sicherheit bei Erdbeben.Bei holzbaugerechter Planung, einem kompakten Baukörper und unter Berücksichtigung der Duktilität sowie der Schwingdauer sind Gebäude in Holzbauweise gut für den Einsatz in Erdbebengebieten geeignet. Denn im Erdbebenfall erzeugt die geringe Masse weniger Trägheitskräfte, die Beplankung z.B. mit Gipsfaser-Platten verhindert das seitliche Ausknicken bzw. das Kippen der Holzständer. Zusätzlich begünstigt wird das Verhalten von Gebäuden in Holzbauweise durch die Duktilität der Tragstruktur. Das heißt, in Holzkonstruktionen werden duktile Ketten über die Verbindungen der einzelnen Bauteile gebildet. Eine entsprechende Dimensionierung der Verbindungen gewährleistet eine plastische Verformung der Verbindungsmittel. Dabei wird im Zusammenspiel von Beplankung und Holzunterkonstruktion sowie in Abhängigkeit von der Zahl der Verbindungsmittel Energie abgebaut.

Umfangreiches Versuchsprogramm


Im Rahmen eines umfangreichen Versuchsprogramms unter der Leitung der Materialprüfungsanstalt Stuttgart (Universität Stuttgart) sowie durch Prüfungen im material- und bautechnologischen Bereich hat Xella jetzt dieses komplexe Systemzusammenspiel von Fermacell Gipsfaser-Platten, Holzunterkonstruktion und Befestigungsmittel untersuchen lassen. Ziel ist, Fermacell Gipsfaser-Platten in die Duktilitätsklassen 2 und 3 entsprechend der DIN 4149:2005 einzuordnen. Die Duktilitätsklassen entsprechen dem mittleren und hohen Energiedissipationsvermögen gemäß EN 1998-1:2004. Das Versuchsprogramm ist die Basis für die Erweiterung der nationalen (Z-9.1-434) und europäischen (ETA 03-0050) Materialzulassungen.

Für das Versuchsprogramm wurde ein mehrstufiger Ablauf koordiniert. In der ersten Stufe wurden an Kleinproben die Verbindungsmittel bezüglich des Durchmessers und der Abstände sowie die Einschlagtiefe und die notwendigen Randabstände untersucht bzw. Belastungsprotokollen nach DIN EN 12512 ausgesetzt. Die zweite Stufe sah vergleichende Untersuchungen an statisch monoton und statisch zyklisch beanspruchten Wandtafeln vor. In der dritten Stufe wurden anhand von Shake Table-Versuchen Erdbebenbeanspruchungen und deren Auswirkungen an belasteten Bauteilen, die mit Fermacell Gipsfaser-Platten beplankt waren, durchgeführt. Die dabei simulierten Beben entsprachen einer Magnitude von 5,7 (Albstadt 1978) sowie 6,8 (Kobe 1995) und 6,9 (Petrovac 1979).

Im Ergebnis war bei allen durchgeführten Erdbebenbelastungen die Standsicherheit und Stabilität an den untersuchten Bauteilen in vollem Umfang gewährleistet. Entsprechend sind Fermacell Gipsfaser-Platten für die Bemessung von Gebäuden in Holztafelbauart für alle Erdbebengebiete in Deutschland zugelassen. Sie übernehmen dabei statische Funktionen und bieten als nicht brennbarer Baustoff A 2 (nach DIN 4102 Teil 1) Sicherheit im vorbeugenden Brandschutz. Xella Trockenbau-Systeme hat zum Thema „Erdbebensicherheit mit Fermacell Gipsfaser-Platten“ eine ausführliche Broschüre mit einer Vielzahl von technischen Details herausgebracht.Die Broschüre kann per E-Mail bezogen werden unter info@xella.de und steht unter www.fermacell.de zum Download bereit.


Ähnliche Artikel