Wir halten alle Fahrzeuge genau genommen für den Fall eines Falles vor und werden oft nur als Unterstützung der Feuerwehr bei technischen Hilfeleistungen alarmiert. Dementsprechend ist die Zahl der Einsätze zwar vergleichsweise gering, aber in ihrer Intensität nicht zu unterschätzen, beschreibt der Sprecher des THW, Nicolas Hefner, die generelle Problematik der bundesweit 668 Ortsverbände. Grundsätzlich gilt, dass jeder Ortsverband in Abstimmung mit dem Landesverband für seinen eigenen Fuhrpark verantwortlich ist.
Rund 1.000 Transporter im Einsatz
Bei den Transportern überwiegt als primäres Anschaffungskriterium, dass diese Fahrzeuge sowohl für den Personentransport als auch für die schnelle Anlieferung von technischen Geräten geeignet sein müssen. Etwa 1.000 ultramarinblaue Transporter sind bundesweit für das Technische Hilfswerk im Einsatz. Ein Großteil von ihnen fällt in die Kategorie der sogenannten Mannschaftstransporter. Apropos Mannschaftstransporter. Weil viele dieser Fahrzeuge bis zu 25 Jahre auf dem Buckel hatten, wurden im Rahmen eines Konjunkturprogramms unlängst viele Fuhrparks der THW-Ortsverbände gründlich modernisiert und mit neuen VW T5 ausgestattet. Hier wurden vor allem die alten THW-Instandsetzungstrupp-Fahrzeuge ersetzt.
Langer Radstand erhöht Flexibilität
Das THW muss für junge Menschen attraktiv sein. Und dazu gehört es auch, moderne Fahrzeuge im Fuhrpark zu haben, argumentiert Nicolas Hefner. Hintergrund war aber auch, dass die bisherigen Pritschen ein zulässiges Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen hatten und aufgrund der Führerschein-Gesetzgebung nicht mehr von jedermann gesteuert werden durften. So hat die Neuausstattung mit den VW T5 zur Folge, dass diese Fahrzeuge nunmehr als Mannschaftstransporter kategorisiert sind und mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,0 Tonnen von allen Helfern gelenkt werden können. Beschafft wurden vom THW gleich einhundert VW T5 in der Kombi-Ausstattung, die über eine 130-PS-TDI-Motorisierung und über einen Radstand von 3,4 Metern verfügen.
Automatik für mehr Komfort und Sicherheit
Vorteil in der Praxis ist, dass diese Transporter tatsächlich für alle Einsatzzwecke bestens geeignet sind. Spezielle Einbauten wie Funk- und Sondersignalanlagen hat die werkseigene Kundendienst-Werkstatt vorgenommen. Generell sorgt ein Automatikgetriebe für mehr Komfort und Sicherheit. Das Getriebe selbst verfügt über sechs Gänge und lässt sich über eine Tiptronic-Funktion auch manuell schalten. Nach der bereits vor zwei Jahren durchgeführten Neuanschaffung von Renault Master war eine Automatik als Ausstattungskriterium vorrangig eingeordnet worden. Blaulichter vom Typ Hella RTK-QS gibt es am neuen T5 gleich fünffach. Montierte Dachblinker eignen sich im Einsatzfall z.B. für das Absichern von Unfallstellen. Die Drucktonhörner für das Martinshorn sind, wie schon beim Renault Master, in der Stoßstange verbaut.
VW Caddy für die schnelle Hilfe
Neben standardisierten Transportern verfügen viele Ortsverbände des Technischen Hilfswerks aber auch über Eigenentwicklungen in ihren Fuhrparks. Meist sind es Fahrzeuge, die sich am generellen Einsatzgeschehen orientieren. Beispiel dafür ist ein neuer VW Caddy Maxi des THW-Ortsverbandes Elmshorn. Hier haben viele Verkehrsunfälle auf der Autobahn dazu geführt, ein spezielles Fahrzeug zu beschaffen. So ist der 1,9-Liter-TDI-Caddy mit 105 PS einerseits dazu geeignet, Unfallstellen abzusichern, andererseits lässt er sich aber beispielsweise auch für den schnellen Transport von Kraftstoff-Kanistern und Stromaggregaten einsetzen. Anfragen aus vielen anderen THW-Ortsverbänden lassen jetzt bereits erkennen, dass der VW Caddy aufgrund seiner kompakten Abmessungen eine Lücke im Spektrum der Einsatzfahrzeuge schließt. Diese Eigenentwicklungen werden dann nicht durch das THW, sondern durch Förderer oder Sponsoren der Ortsverbände finanziert.
Weitere Infos: www.thw.de
Autor: Norbert Böwing
Fotos: Norbert Böwing/THW



