Ich weiß nicht, ob sich der Erfinder des Modul-Systems von den Grundbausteinen der Fischertechnik hat inspirieren lassen, als er die Rahmenkonstruktion des Modul-Systems entwarf - ich jedenfalls musste sofort an meinen Baukasten der frühen 70er-Jahre und dessen Flexibilität denken. Doch bei genauerem Hinsehen fällt mir der wesentliche Unterschied zwischen den Grundbausteinen des Baukastens und den Profilen des Modul-Systems auf : Die T-Nut gab es in dieser ausgefeilten Variante nicht. Der Querschnitt des Basisträgers ist quadratisch und misst 27 x 27 Millimeter. An zwei Seiten ist die T-Nut integriert. So lassen sich verschiedene Module miteinander verbinden und unterschiedliche Baubreiten kombinieren. Als Grundmaterial für das Rahmenwerk kommt hochfester HSS-Stahl zum Einsatz. Das Rahmenwerk kann direkt auf dem Boden verschraubt oder durch Beine in der Höhe beliebig angepasst werden.

Quadratisch, praktisch, gut

Modul-System bietet quadratische Module mit einer Kantenlänge von 324 oder 486 Millimetern an, diese lassen sich beim Einbau beliebig um bis zu 360 Grad drehen. Dadurch kann das Modul entweder so montiert werden, dass es von innen perfekt zu bedienen ist oder aber auch beispielsweise die Schubladen von außen durch die seitliche Schiebetür zu öffnen sind (90 Grad verdreht).

Rechteckig ist auch nicht schlecht

Modul-System bietet auch die Breite von 486 Millimetern. Durch die größere Modulbreite lassen sich auch längere Gegenstände, Werkzeuge und Kartons gut verstauen. Durch Kombination der unterschiedlichen Modulbreiten lässt sich der vorhandene Laderaum optimal ausnutzen.

Wände dran, Deckel drauf - fertig

Da ist er wieder, der kleine Unterschied: Bei Fischertechnik gab es damals nur rote Einschubwände - bei Modul-System fängt die Vielfalt nun erst an. Bis jetzt haben wir nur das Rahmenwerk, als Zwischen- oder Abschlusswände stehen System-Lochbleche oder glatte Bleche zur Auswahl. Die Systemlochbleche ermöglichen das Montieren verschiedenster Haken und Ösen aus dem Modul-System-Zubehör, beispielsweise zur Herstellung einer Werkzeugwand.
Den oberen Abschluss des Rahmenwerks können sowohl Ablagen als auch Langgutwannen bilden. Natürlich bietet Modul-System auch die Möglichkeit, eine Arbeitsplatte als oberen Abschluss zu montieren, um so eine vollwertige Werkbank zu erhalten. Die bisher offenen Regale können mit Türen und Klappen in Schränke verwandelt werden. Die Türen können links oder rechts angeschlagen werden oder mit Schlössern und als Gasschrank sogar mit Be- und Entlüftung versehen werden. Die Frontklappen bietet Modul-System in Aluminium, nach oben schwenkend mit Gasfederunterstützung oder normal 90 Grad klappend nach unten.

Schubladen und Auszüge

Die Schubladen und Auszüge sind ebenfalls in den Normbreiten zu erhalten. Zudem bietet Modul-System die Schubkästen in drei verschiedenen Höhen an. Jede Schublade ist mit maximal 30 Kilogramm zu belasten. Mittelhohe und hohe Schubladen mit doppelter Kugellagerung können mit bis zu 50 Kilogramm belastet werden. Das Gesamt-Schubkastenmodul trägt eine Belastung von bis zu 100 Kilogramm . Auszüge für Mobil-Boxen sind mit Schubladenmodulen und anderen Modulen des Systems kombinierbar. Schubladen wie Auszüge für Mobil-Boxen sind mit einer Verriegelung ausgestattet, die ein ungewolltes Herausfahren verhindert. Die Sicherung ist für Einhandbedienung ausgelegt und verriegelt sowohl im geschlossenen als auch im geöffneten Zustand.

Schluss mit rechtwinklig

Bisher war alles rechtwinklig bei Modul-System, dieser „rechte Pfad wird für das Eckregal, das den Raum zwischen Längsmodul und dem Modul an der Rückwand zum Fahrerhaus nutzt, verlassen. Zur optimalen Raumnutzung unter Einbeziehung guter Bedienbarkeit ist das Eckregal eine perfekte Lösung. Werkzeuge und vor allem Materialien, die nicht im ständigen Zugriff sein müssen, finden dort einen guten Aufbewahrungsort.

Durchblick


Für den nötigen Durchblick sorgen die Modul-Boxen mit Fenster. Das hört sich spektakulärer an als es ist: Die Kunsstoffboxen sind an drei Seiten geschlossen und oben offen. An der Vorderseite ist die obere Hälfte durch ein Fenster durchsichtig. In der Praxis ist dieses Fenster sehr wertvoll, denn der Nutzer kann sich, ohne die Modul-Box herauszuziehen, einen Überblick über dessen Inhalt verschaffen.

Leicht und extrem stabil

Die Mobil-Boxen dienen als transportabler Werkzeug- oder Servicekoffer. Sie sind, bei geringem Eigengewicht, sehr robust und kaum zu zerstören. In der Kombination mit dem Schubkasten-Modul für Mobil-Boxen schafft Modul-System eine sichere und langlebige Transportmöglichkeit. Die Mobil-Boxen zeichnen sich des Weiteren durch einen durchsichtigen Deckel aus. Der Nutzer hat hierbei, wie auch bei den Modul-Boxen, immer den sofortigen Überblick über den Inhalt des Koffers. Die Einteilung besteht aus einzelnen Kunststoffeinsätzen, wodurch eine Vorkonfektionierung im Betrieb erleichtert wird.

Ordentlich angebunden

Andere Hersteller lösen das Problem der Zurrpunkte über aufmontierte Air-Line-Schienen oder ähnliche Produkte - bei Modul-System ist die Lösung durch die T-Nut schon integriert. Neben Griffen und Halterungen beispielsweise für Koffer dient die T-Nut auch zur Aufnahme von Befestigungsösen. An diesen kann jegliches Ladegut mittels Zurrgurten sicher fixiert werden. Natürlich bietet Modul-System auch Sperrstangen, die vertikal oder horizontal genutzt werden können.

Service und Einbau

Modul-System bietet ein weltweites Servicenetz, in Europa gibt es ein engmaschiges Netz von Service Centern. Diese bieten neben kompetenter Beratung auch einen kompetenten Einbauservice. Auf alle selbst gefertigten Teile gewährt Modul-System drei Jahre Garantie.

Fazit
Die Modul-System Fahrzeugeinrichtung macht auf mich einen sehr robusten, praxisgerechten Eindruck. Der Laderaum kann optimal ausgenutzt werden ohne viel Raum zu verschenken, für die gute Raumnutzung ist das Eck-Modul unerlässlich. Das System bietet für jedes Gewerk, durch die Vielfalt an Zubehör und Montagemöglichkeiten, die passende Lösung. Nicht so gut gefiel mir die untere Querstrebe beim Radkasten-Modul, sie stört bei der Beladung. Dass der Knebel der Sicherungschraube mehrfach umgesetzt werden musste, um den Auszug des Schraub-stockes herauszuziehen, lag wohl am Testfahrzeug. Das System ist TÜV-geprüft und zertifiziert, was heute allerdings zum Standard gehört.



Weitere Informationen: www.modul-system.com


Autor: Andreas Aepler
Fotos: Andreas Aepler

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